Aid by Trade Foundation (ehemals FSAF)
Um die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde auch für zukünftige Generationen zu sichern, bedarf es vieler Anstrengungen. Eine Schlüsselaufgabe liegt darin, die Globalisierung sozial und ökologisch zu gestalten und die Menschen in den Ländern der Dritten Welt im Rahmen partnerschaftlicher und nachhaltiger Projekte zu Nutznießern von Globalisierung und weltweitem Handel zu machen. Zu den wichtigsten Herausforderungen zählt daher, auch den Menschen in den Ländern Afrikas nachhaltige Entwicklungs- und Lebensperspektiven zu verschaffen.
Mit der Errichtung der „Aid by Trade Foundation" (ehemals FSAF = Foundation for Sustainable Agriculture and Forestry in Developing Countries) im Jahr 2005 hat Dr. Michael Otto, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, die Verantwortung der Wirtschaft für eine globale nachhaltige Entwicklung unterstrichen. Der ausschließliche und unmittelbare Zweck dieser Stiftung ist die Förderung von nachhaltigem Anbau land- und forstwirtschaftlicher Produkte in Entwicklungsländern. Ein besonders innovativer Ansatz, denn es handelt sich um eine marktorientierte Form der Unterstützung, die sich langfristig finanziell selbst tragen soll. Unter der Voraussetzung, dass die Entwicklungsländer qualitativ hochwertige Produkte besitzen, die bisher auf dem Weltmarkt nur noch nicht ihren Absatz gefunden haben, lautet die Grundphilosophie der Stiftung: „Handel kann zur Armutsbekämpfung beitragen.“ Dieser Ansatz zeigt dann Wirkung, wenn sich Wirtschaftsunternehmen, Regierungsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen zusammenschließen und auch Hersteller, Händler und Konsumenten an einem Strang ziehen.
Die Entwicklungszusammenarbeit der Aid by Trade Foundation findet durch die Unterstützung des regionalen und nachhaltigen Anbaus land- und forstwirtschaftlicher Produkte in den Entwicklungsländern statt. Die Projekte der Stiftung sollen die ökologischen, sozialen, technischen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen schaffen, die zur Erzeugung, Verarbeitung und zum Verkauf dieser Produkte nötig sind. Und durch die Bündelung der Nachfrage in den Industrieländern nach nachhaltigen Produkten aus Entwicklungsländern können Handelsunternehmen gemeinsam mit Konsumenten und Herstellern dauerhaft wirksame Verbesserungsimpulse auslösen. Diese Produktnachfrage soll durch die Einführung entsprechender Kennzeichnungen sowie deren Vermarktung im internationalen Rechts- und Wirtschaftsverkehr angeregt werden.
Aktuelles Projekt der Aid by Trade Foundation ist „Cotton made in Africa“. Dabei handelt es sich um ein Public-Private Partnership-Projekt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) haben sich mit den Nichtregierungsorganisationen WWF und Deutsche Welthungerhilfe e.V. sowie großen Handelsunternehmen zusammengetan, um den Absatz von nachhaltig erzeugter Baumwolle aus Afrika zu fördern.
Gemeinsam mit anderen Partnern aus der Wirtschaft bauen derzeit die beiden maßgeblich beteiligten Textilunternehmen Otto Group und Tom Tailor eine Nachfrageallianz von Unternehmen auf. Sie sollen Baumwolle der Qualität „Cotton made in Africa“ auf den Beschaffungsmärkten nachfragen. Zur gleichen Zeit wird in den vier Ländern Benin, Burkina Faso, Sambia und Mosambique durch GTZ und DEG in Zusammenarbeit mit lokalen Baumwollhändlern und Genossenschaften der nachhaltige Anbau von Baumwolle auf den Weg gebracht. „Nachhaltigkeit“ bedeutet in diesem konkreten Fall: 1. mehr Umweltschutz und Schutz der Gesundheit der Baumwollbauern durch effizienten und fachgerechten Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, 2. Förderung des Schulbesuchs der Kinder und Bildung als wichtiger Baustein der Entwicklung und Armutsbekämpfung sowie 3. Einkommenssteigerung für die Kleinbauern vor allem durch höhere Erntemengen und Vermeidung von Verschuldung, da weniger Kredite für Düngemittel und Pestizide aufgenommen werden müssen.



